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"Wer mit aufmerksamen Augen durch die Dörfer auf der Insel geht, dem fallen
sicher an so manchem Haus runenartige Zeichen auf, die sich in gewisser
Hinsicht
zwar ähneln, bei genauem Hinsehen jedoch sehr deutlich zu unterscheiden sind:
das sind Hausmarken. Ihre Entstehung – vor vielen Generationen – geht auf das
Berdürfnis der Inselbewohner zurück, ihr Eigentum zu kennzeichnen. Sie waren
noch um 1900 im Bereich der westlichen und mittleren Ostseeküste verbreitet und
wurden auch im nordwestdeutschen Raum und in Westfalen nachgewiesen.
Man kann davon ausgehen, dass die Hausmarken auf Hiddensee ein Import etwa
aus der Zeit um 1200 sind. Wahrscheinlich wurden sie von westfälischen oder
friesischen Einwanderern zu dieser Zeit auf die Insel gebracht.
Die ältesten erhalten gebliebenen Zeugnisse des Gebrauches der Hausmarken
auf Hiddensee sind Grabsteine aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die manchmal
nur die Hausmarke und das Sterbejahr des Verstorbenen als Inschrift haben.
Bis in die Gegenwart hinein kennzeichneten vor allem die Fischer ihr Arbeitsgerät
mit ihren Hausmarken. Aber auch Ackergerät, z.B. Heugabeln, und
Haushaltsgegenstände, wie Wäscheklammern, wurden mit diesen
Eigentumshinweisen versehen.
In Neuendorf war selbst die Kennzeichnung der
Schafe durch einen aufgenähten Lappen mit Hausmarke üblich."
Quelle: Blase, Karin
Buch: Hiddensee A-Z
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